Hutchinson in Aachen: Alle sollen bleiben - entlasst die Bosse!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, vor einigen Tagen erreichte uns die Meldung über die Schließung des Hutchinson-Standortes und dem damit verbundenen Verlust Eurer Arbeitsplätze. 500 gestrichene Arbeitsplätze - das ist der Dank der Geschäftsführung für Eure jahrelange Arbeit! Wir sind wütend mit Euch.

Was bei Hutchinson passiert, ist dabei kein Einzelfall, sondern reiht sich in eine lange Liste von Firmen und Betrieben ein, die Arbeitsplätze abbauen. Dazu gehören große Konzerne von Audi und Ford bis zur Deutschen Bank und Thyssenkrupp. Auch in Aachen und Umgebung kündigen Unternehmen Entlassungen an oder haben sie bereits durchgeführt, unter anderem Kronenbrot, Grünenthal, ESW und nun auch Hutchinson. Die Begründungen der Führungsetagen sind fast immer gleich: Abbau von Überkapazitäten und Wiederherstellung der "Wettbewerbsfähigkeit". Damit ist eigentlich gemeint, dass Profite der Bosse wachsen sollen. Dafür sollen nun ihre Angestellten, die jahrelang den Betrieb aufgebaut und seine Gewinne erarbeitet haben, ihren Arbeitsplatz und damit ihre Existenzgrundlage verlieren.

Das nehmen wir nicht hin! Die linksjugend ['solid] NRW lehnt die Vernichtung von Arbeitsplätzen ab und solidarisiert sich mit Euch. Wir treten ein für den Erhalt aller Arbeitsplätze und für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Dazu gehört unter anderem die unbefristete Übernahme aller Leiharbeiter*innen zu Tarifkonditionen. Kolleginnen und Kollegen, Ihr habt noch nicht verloren. Übernehmt nicht das Kürzungsmantra der Bosse - kein Verzicht auf Lohn oder Urlaub wird Arbeitsplätze sicher machen, eine entschlossene Gegenwehr schon. Ihr könnt Euch wehren!

Alleine scheinen wir schwach, aber gemeinsam können wir siegen. Die linksjugend ['solid] NRW wird an Eurer Seite stehen, solltet Ihr Euch dazu entschließen, in einen Arbeitskampf zu treten. Noch mehr Kraft können wir entfalten, wenn die Beschäftigten verschiedener Standorte zusammenkämpfen. Denn die Bosse werden immer wieder versuchen, Stellen zu kürzen und die Arbeit auf die Restbelegschaft zu verteilen, denn so können sie ihre Profite steigern.

Wir können nicht entscheiden, ob die Bosse von Hutchinson den Standort schließen wollen oder nicht. Aber wenn sie abziehen, können die Jobs trotzdem gerettet werden: indem der Betrieb verstaatlicht wird. Der Staat hat schon oft gezeigt, dass er bereit ist, Milliarden in die Hand zu nehmen, wenn es um die Rettung von Banken geht - warum denn nicht, wenn es um die Rettung Eurer Arbeitsplätze geht? Ihr braucht die Bosse nicht, um die Produktion aufrechtzuerhalten. Deswegen schlagen wir eine demokratisch gewählte Leitung des Betriebs aus den Reihen der Belegschaft vor, denn Ihr wisst am besten, wie der Betrieb funktioniert.

Wir wünschen Euch viel Kraft beim Kampf um den Erhalt Eurer Arbeitsplätze und bieten Euch gerne unsere Unterstützung an. Wenn Ihr Interesse habt, über unsere Ideen mehr zu erfahren, meldet Euch. Wir stehen für Gespräche bereit.

Mit solidarischen Grüßen,

Linksjugend ['solid] NRW