Erneute Sammelabschiebung über Düsseldorfer Flughafen

Heute, am 12.04.2011 wurden erneut zahlreiche Roma zwangsweise in den Kosovo abgeschoben. Es erfolgte heute die zweite Sammelabschiebung seit dem der Wintererlass am 31. März 2011, d. h. erst vor nahezu 14 Tage, abgelaufen ist.

Zu diesem Anlass versammelten sich heute am Düsseldorfer Flughafen mehrere Dutzend Menschen, um die Abschiebungen der Roma ins Elend öffentlich zu verurteilen. 

Unter den versammelten TeilnehmerInnen, die ihre Solidarität mit den betroffenen Roma ausdrückten waren die innenpolitische Sprecherin Anna Conrads, der migrations- und friedenspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE.NRW, Ali Atalan und Agit Boztemur  von der Linksjugend [´solid]. 

Ali Atalan erklärte: „Die Verhältnisse unter denen Sinti und Roma bei ihrer Rückführung in den Kosovo zu leiden haben sind menschenunwürdig. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an unseren Antrag „Sinti und Roma als Opfergruppe anerkennen - Kontingentregelung schaffen“. Diesen Antrag haben wir vor kurzem im Landtag gestellt. Wir fordern ausdrücklich die Umsetzung einer humanen Bleiberechtsregelung, die der historischen Verantwortung Deutschlands gegenüber den Sinti und Roma, die während der NS-Zeit ebenfalls massenhaft Opfer des Holocaust wurden, gerecht wird.  

Agit Boztemur betont “ Menschenrechte sollten universell sein, nicht abhängig von einer Staatsbürgerschaft. Niemand hat das Recht diese Kinder ihrem sozialen Umfeld zu entreißen.“

„Wir brauchen dringend eine dauerhafte Regelung für Sinti und Roma und andere verfolgte Gruppen aus dem Kosovo. Unsere Bundestagsfraktion fordert seit langem ein großzügiges humanitäres Bleiberecht. Wir fordern die Landesregierung auf, über den Bundesrat endlich initiativ zu werden“, so Anna Conrads. 

Auffällig war bei dem Protest der „Abschiebegegner“, dass unverhältnismäßige Eingreifen der Polizei, die einen MenschenrechtsaktivistInnen am Kopf verletzte.