10 Jahre Nuklearkatastrophe in Fukushima: Profitgier vor Sicherheit

Heute vor 10 Jahren, am 11. März 2011 ereignete sich in Japan die weltweit größte Nuklearkatastrophe nach Tschernobyl 1986. Ein Erdbeben und in der Folge schwere Tsunami-Wellen erschütterten und verwüsteten weite Teile der japanischen Küstenregion. Dabei wurden auch entscheidende Teile der Kraftwerks-Infrastruktur zerstört, ohne die eine Kühlung der Brennelemente nicht möglich war. Es kam zum Super-GAU, eine partielle Kernschmelze trat ein, ein Gebiet von rund 300 Quadrat-kilometern – etwa die Fläche der Stadt München – ist bis heute verseuchtes Sperrgebiet, zehntausende Menschen mussten um-gesiedelt werden und die Krebsrate unter Jugendlichen ist in der umliegenden Region deutlich höher als im Rest Japans.

Eine Naturkatastrophe wie das Erdbeben, das die Folgekatastrophe auslöste, haben wir zwar nicht in der Hand – wobei im Zuge der drastisch zunehmenden Umweltzerstörung auch ein Anstieg von Naturkatastrophen zu verzeichnen sein wird - , der Grund für die Dramatik des nuklearen Unfalls lag jedoch darin, dass der Betreiber TEPCO in enger Verknüpfung mit der japanischen Regierung das Gefahrenpotential mehrfach herunterspielte. TEPCO gab außerdem zu, dass über 200 Berichte über Störungen und Zwischenfälle gefälscht wurden, um die Anlage sicherer erscheinen zu lassen, als sie wirklich war. 22 Mitglieder der Nuclear Safety Commission of Japan, die die Regierung in Fragen der nuklearen Sicherheit beriet, wurden aus der Nuklearindustrie mit umgerechnet rund 1 Million Euro geschmiert. Hier wurden seitens der Regierung die Kapitalinteressen von Konzernen geschützt und nicht die Gesundheit und Sicherheit der einfachen Bevölkerung. Diese Katastrophe wurde von einem Erdbeben ausgelöst, aber vom Kapitalismus geschaffen.

Ausbaden mussten die Katastrophe am Ende die Arbeiter*innen vor Ort, die über Wochen unter schlimmsten gesundheitlichen Bedingungen verhinderten, dass die Konsequenzen des Super-GAU noch schlimmer wurden.

Damit sich Fukushima nicht wiederholt fordern und kämpfen wir für die Verstaatlichung aller Schlüsselindustrien, wie der Energieproduktion unter demokratischer Verwaltung der Arbeiter*innen. Außerdem brauchen wir einen sofortigen Betriebsstopp der Atomkraftwerke, kein weiteres Ausschleichen der Atomenergie, auf Kosten der Profiteure dieses dreckigen Energieträgers. Keinen Cent für Vattenfall, RWE und Co! Die geplanten 2,4 Mrd. Entschädigung für Energiekonzerne sind in den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren.