Kapitalismus macht krank. Weg damit!

Statement zum Weltsuizidpräventionstag
Fast 10.000 Menschen nehmen sich alleine in Deutschland jedes Jahr das Leben. Bei Jugendlichen ist Selbstmord sogar die häufigste Todesursache.

Ein System, welches nur unter Leistungsdruck, Konkurrenzzwang und Diskriminierung funktioniert, erzeugt zwangsläufig psychische Krankheiten.

Doch der Kapitalismus zeigt nicht nur bei der Entstehung, sondern auch bei der Bekämpfung dieser Leiden sein Wesen: Wer selber zahlt oder zumindest Privatpatient*in ist, kommt in Deutschland erheblich schneller an einen Therapieplatz und kann auch deutlich enger getaktete Termine wahrnehmen als Kassenpatient*innen. Viele gesetzliche Kassen übernehmen auch die Kosten für wirksame Behandlungen nicht. An Kassenpatient*innen werden stattdessen oft überholte Praktiken nach und nach einfach ausgetestet, bis etwas zu funktionieren scheint – oder sich die Patient*innen „zufrieden“ geben.

Menschen, die durch psychische Krankheiten belastet sind, fallen oft im Beruf aus. Dadurch sind etliche Menschen von Kündigung, Krankengeldzahlung und somit Armut bedroht. Viele Schüler*innen und Student*innen müssen Schuljahre/Semester wiederholen; Azubis werden nicht zu Prüfungen zugelassen.

Am heutigen Weltsuizidpräventionstag stellen wir radikal dieses System infrage, welches für kurzfristigen Wachstum und Profite Menschen verschleißt wie Werkzeuge. Und das Problem wird nicht weniger akut: Die Anzahl der unter 25-jährigen, die eine Depression erleiden, ist seit 1998 um rund 80% gestiegen. Immer mehr Menschen mit Bedarf nach Behandlung stehen immer mehr schließenden Krankenhäusern und schwindender Versorgung auf dem Land gegenüber.

Kämpfe mit uns für:
★ Bessere medizinische Versorgung überall,
★ Höhere Löhne für Klinikpersonal,
★ Bedarfsgerechte Schul- und Jugendsozialarbeit,
★ Mehr Therapieplätze ambulant und stationär,
★ Ein Gesundheitssystem ohne Markt- und Profitlogik,
★ Eine Welt ohne krankmachenden Kapitalismus!