Auf die Straßen zum internationalen Frauenkampftag!

Am 8. März findet jährlich der internationale Frauenkampftag statt, an dem rund um den Globus Menschen gegen sexistische Diskriminierung und Gewalt an Frauen auf die Straße gehen.

Der Ursprung des Frauenkampftages reicht dabei mittlerweile über 100 Jahre zurück. Erstmals kam die Idee auf der zweiten internationalen Frauenkonferenz 1910 auf. In Abgrenzung zur bürgerlichen Frauenbewegung stellten die Sozialistinnen nicht nur Reform-Forderungen wie Frauenwahlrecht und die Legalisierung von Abtreibungen, sondern betonten stets, dass erst die Überwindung des Kapitalismus die „wahre Bahnbrecherin für die volle soziale Gleichberechtigung der Frau“ (Clara Zetkin) sein kann. Das Datum des 8. März etablierte sich, nachdem 1917 die ausgehungerten Arbeiter*innen in Petograd die Kriegswirtschaft bestreikten und somit den Startschuss für die Februarrevolution gaben.

In dieser Tradition wollen auch wir den internationalen Frauenkampftag begehen: Kämpferisch, internationalistisch und antikapitalistisch! In den letzten Tagen haben wir euch schon mehrere feministische Forderungen vorgestellt, für die wir auf die Straße gehen werden:

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – Lohnerhöhung in frauendominierten Berufen, Aufwertung sozialer Berufe und Schluss mit Kürzungen im öffentlichen Dienstag
  • Verstärkung des Mutter- und Vaterschaftschutzes im Beruf
  • Ausbau von Frauenhäusern, Beratungsstellen und Notrufen, um die Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen
  • Vergesellschaftung der Haushaltsarbeit – Kostenlose ganztägige Kinderbetreuung, günstige öffentliche Wäscherein und Kantinen
  • Weg mit §218 und §219a – Schwangerschaftsabbruch müssen sicher und legal sein!
  • Bleiberecht für alle, nein zu allen Abschiebungen

Leider ließe sich auch diese Liste noch weiter ergänzen. Fest steht: Von echter Emanzipation sind wir noch weit entfernt. Die Frauenbewegung musste sich Verbesserungen wie ein einheitliches Wahlrecht (1918) oder die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe (1997) stets auf der Straße erkämpfen. Wir sind uns sicher, dass sich daran auch in Zukunft nichts ändern wird!
In den vergangen zwei Jahren gewann die Aktionsform des Streiks gegen sexistische Missstände an Bedeutung, was wir sehr begrüßen. In Deutschland gibt es Aufrufe dazu, allerdings gehen sie oft stark in die Richtung, individuell Hausarbeit, Erziehung uns Sex zu verweigern. Dagegen zeigen die Aktivist*innen im spanischen Staat wie kraftvoll solch ein "Frauenstreik" sein kann: 2018 und 2019 beteiligten sich je über 5 Millionen Menschen, größtenteils Frauen, aber auch solidarische Männer, an Protestveranstaltungen uns legten ihre Arbeit nieder. Hunderte von Zügen und Bussen fielen aus, Straßen wurden blockiert, selbst im Radio waren nur Männer zu hören.
Lasst uns diese Zustände nach Deutschland holen! Wir setzen uns ein für eine starke feministische Bewegung, die alle Sexualitäten einschließt, antirassistisch und antikapitalistisch ist und mit Gewerkschaften zusammen Druck auf Politik und Wirtschaft ausüben kann. Der Weg dahin mag noch lang erscheinen, deshalb sollten wir gleich anfangen. Kommt am 8. März am internationalen Frauenkampftag auf die Straße! Aber nicht vergessen: Der Kampf für Frauenrechte sollte auch an den restlichen 364 Tagen des Jahres nicht vergesse werden – jeder Tag ist Frauenkamptag!

P.S. Da der 8. März dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, finden einige lokale Veranstaltungen bereits am 7. statt – Informiert euch online was bei euch geplant ist!