Gutes Essen für Alle: Volle Bäuche statt volle Tonnen!

LEBENSMITTELVERNICHTUNG STOPPEN! ÜBERPRODUKTION BEKÄMPFEN! KAPITALISMUS ABSCHAFFEN!

Jedes Jahr werden allein in Deutschland etwa 20 Millionen Tonnen genießbare Lebensmittel weggeworfen. Damit man sich diese Menge vorstellen kann: Um all das zu transportieren, bräuchte man 500.000 Sattelschlepper. Wenn man diese hintereinander aufstellen würde ergäbe das 8250 Kilometer LKW-Stau. Das entspricht in etwa der Luftlinie von Dortmund bis zur ostafrikanischen Insel Madagaskar – einem der ärmsten Länder der Welt. Dort muss die Hälfte der Bevölkerung Hunger leiden, fast 80 Prozent der Menschen haben weniger als 2 Dollar pro Tag zur Verfügung.

LEBENSMITTELVERNICHTUNG PASSIERT NICHT AUS VERSEHEN
Auf dem Feld, in Fabriken, beim Transport, in Supermärkten und in der Gastronomie: Ein Großteil der Lebensmittel-vernichtung passiert, bevor das Essen jemals in eine Küche oder einen Vorratsschrank gebracht wurde. Trotzdem werden Endverbraucher*innen von der Regierung, von Konzernen und auch von vielen Medien gerne für die Vernichtung verantwortlich gemacht. Mit Sprüchen wie „Für den Verbraucher muss es im Geschäft immer perfekt aussehen“ wird der wahre Hintergrund verschleiert: Dass Konzerne versuchen, maximalen Profit zu machen.
Das Problem: Jedes Unternehmen möchte mehr Profit machen und wachsen. Also werfen sie alle mehr Waren auf den Markt, als sie loswerden können, und stecken Milliarden in Werbung, um Kund*innen anzulocken. Das ist nicht nur in der Lebensmittelbranche so, sondern überall: So funktioniert der Kapitalismus. Die Folge ist eine riesige Überproduktion, und sie führt zur Vernichtung genießbarer Lebensmittel. Bezahlt wird sie letztlich von uns.

KONZERNE LÜGEN SICH NACHHALTIG
Lebensmittelvernichtung kommt nicht besonders gut an. Deswegen gibt kein Konzern zu, daran beteiligt zu sein. Sie alle behaupten, kein Essen wegzuwerfen. Und wenn sie doch mal etwas zu viel hätten, wären sie großzügig und würden es an Arme und Bedürftige spenden. So kooperierten sie mit den Tafeln, die beispielsweise Hartz IV-Empfänger*innen günstig mit Lebensmitteln versorgen.
Wer mal in die Müllcontainer schaut, weiß: Das ist glatt gelogen. Zwar kooperieren einige Supermärkte tatsächlich mit ihnen, aber oftmals gibt es einen so großen Überschuss, dass die Tafeln gar nicht alles mitnehmen können. Die Tafeln sind aber auch aus sozialer Perspektive nicht besonders toll: Anstatt Bedürftigen ausreichend Geld zu geben, ruht der Staat sich aus den großteils ehrenamtlichen Mitgliedern aus und spart so Milliarden. Wir kämpfen dafür, dass finanziell Benachteiligte nicht mehr auf Almosen angewiesen sein müssen. Stattdessen fordern wir eine Mindestsicherung, von der man auch in Städten gut und selbstbestimmt leben kann.

NIEMAND SOLL FÜR DEN MÜLL ARBEITEN
In jedem Produkt steckt menschliche Arbeitskraft. Es fahren tausende Containerschiffe und LKW, um Güter für die Tonne zu transportieren. Regenwälder werden für Weideland abgefackelt, Böden für Gewächshäuser versiegelt, Kraftwerke gebaut und die Luft verpestet. Aus Madagaskar wird Vanille und Baumwolle in alle Welt exportiert – und in diesen Produkten Wasser, obwohl viele Menschen dort keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. All das könnte drastisch reduziert werden, wenn man die Überproduktion so weit herunterfährt, dass sie unseren Bedürfnissen entspricht. Die wegfallenden Jobs könnten ersetzt werden: Indem man die verbleibende Arbeit auf alle verteilt – natürlich bei gleich bleibenden Löhnen – oder die Lebensmittelqualität grundsätzlich anhebt.

BEDÜRFNISBEFRIEDIGUNG STATT KAPITALISMUS
Eine sinnvolle Wirtschaftsplanung ist im Kapitalismus unmöglich. Unsere Alternative ist eine sozialistische Demokratie. Da gäbe es keine Konkurrenz, stattdessen eine gesellschaftliche, demokratische Planung, die sich an unseren Bedürfnissen orientiert. Und an der Notwendigkeit, die Klimakrise soweit wie möglich abzumildern.
Das bedeutet, dass die Wirtschaft völlig demokratisiert ist. Also auch, dass es gesellschaftliche Debatten und demokratische Entscheidungen darüber gibt, ob beispielsweise ganze Frachter voller Ananas über die halbe Welt fahren, um die Früchte hier wegzuwerfen. Heute entscheiden ein paar Superreiche, dass genau das offenbar nötig ist, und wir dürfen nicht mitreden. Das wollen wir ändern!

CONTAINERN ENTKRIMINALISIEREN!
Manche holen sich aus den Mülltonnen, was Supermärkte wegwerfen. Sicher ist das kaum ein Tropfen auf den heißen Stein, trotzdem ist es verboten: Der Staat schützt Konzerne dabei, brauchbare Güter zu vernichten, aber kriminalisiert Menschen, die sie vor der Vernichtung retten wollen. Das finden wir falsch und fordern, dass das Containern entkriminalisiert wird!

Wir kämpfen gegen Lebensmittelvernichtung und für eine Wirtschaft, die sich an Bedürfnissen statt an Profiten orientiert.
WERDE MIT UNS AKTIV FÜR:

  • Gutes und gesundes Essen für Alle, unabhängig vom Einkommen!
  • Lebensmittelvernichtung bekämpfen statt Containernde zu kriminalisieren!
  • Genießbare Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden sollen, müssen abgegeben und ohne Schikane zugänglich gemacht werden!
  • Kostenloses gesundes Schul- und Kantinenessen, Einrichtung von Nachbarschaftsküchen!
  • Nein zu kommerzieller Werbung!
  • Enteignung von Lebensmittel- und Handelskonzernen und Überführung in öffentliches Eigentum! Demokratische Kontrolle und Verwaltung durch Beschäftigte und Verbraucher*innen.
  • Abbau von Überproduktion in Produktion und Handel. Niemand soll dadurch arbeitslos werden: Verteilung der notwendigen Arbeit auf Alle bei gleichbleibenden Löhnen, Umstellung von konventioneller auf gesündere Bio-Produktion.
  • Möglichst nachhaltige und umweltschonende Versorgung mit Lebensmitteln, beispielsweise durch regionale Produktion und Versorgung mit saisonalen Lebensmitteln.
  • Kapitalismus abschaffen, für sozialistische Demokratie weltweit!