Neonazi-Angriff bei Aachen: Faschisten attackieren Landessprecher von linksjugend ['solid] NRW

Am Abend des 29.6. kam es am Bahnhof Eschweiler bei Aachen zu einem Angriff von fünf Neonazis auf einen Landessprecher und ein weiteres Mitglied der linksjugend ['solid] NRW. Die beiden Genossen wurden dabei verletzt.

Im Zug kam es bereits ab Köln zu wiederholten Pöbeleien von zwei offensichtlichen Neonazis auf unsere Genossen. Unsere Genossen waren durch antifaschistische Symbole erkennbar, beleidigt wurden sie homophob und mit Sprüchen gegen „die Antifa“. Außerdem outeten sich die Neonazis als Faschisten („Olé, olé, Faschisten...“). Bekleidet waren sie mit T-Shirts mit dem Logo eines BVB-Fanclubs. Etwa in Düren forderte einer der Neonazis, man solle doch in Eschweiler aussteigen, dann könne man sich boxen.

Als der Zug am Bahnhof Eschweiler eingefahren war, kam es zum Angriff: Einer der zuvor pöbelnden Neonazis (blonde Kurzhaarfrisur, 1,85-1,90 m, sportliche Statur) wartete, bis die Türen sich geöffnet hatten, sah vor der Tür drei seiner Kameraden und sprang daraufhin ins untere Zugabteil auf unseren Landessprecher zu und schlug ihm mit voller Wucht ins Gesicht. Sofort ergriff der Angreifer die Flucht, die beiden Genossen setzten ihm nach. Währenddessen hatte ein Kamerad des Angreifers (dunkle Kurzhaarfrisur, ca. 1,75 m, sportliche Statur) im Türbereich gewartet, zusammen mit dem Angreifer verließ er den Zug. Unsere Genossen, die sicherstellen wollten, dass die Angreifer den Zug auch verlassen würden, folgten in den Türbereich. Im Schutz der Gruppe von drei auf dem Bahnsteig wartenden Kameraden fühlten sich die beiden Ersteren offenbar zu einem weiteren Angriff ermutigt. Sie stürmten auf die beiden Genossen zu, traten und schlugen auf sie ein, versuchten sie an ihren Shirts nach draußen zu zerren, wobei das Shirt und die Brille eines Genossen zerstört wurden. Mindestens ein Angreifer benutzte ein Feuerzeug oder einen ähnlichen Gegenstand in seiner Faust, um mit seinen Schlägen mehr Schmerz zuzufügen. Während des Angriffs wurden die Genossen von den Neonazis auf dem Bahnsteig beschimpft und bespuckt. Der Angriff konnte abgewehrt werden: Als die Neonazis gemerkt hatten, dass sie unsere Genossen nicht aus dem Zug gezerrt bekamen, ergriffen alle fünf die Flucht.

Während der Pöbeleien und des Angriffs griffen weder umstehende Mitfahrer*innen noch ein anwesender Schaffner ein. Im Nachgang gab es jedoch Gespräche, wobei ein Fahrgast erklärte, er sei „von denen“ auch schon mal angegriffen worden und würde sich mit ihnen nicht anlegen.

Es ist erschreckend, dass Neonazis sich offenbar wieder ermutigt fühlen, im Aachener Land am hellen Tag Antifaschist*innen anzugreifen. Unsere Antwort darauf ist Solidarität und entschlossene Gegenwehr.

Die verletzten Genossen befinden sich zur Stunde zur ärztlichen Behandlung im Krankenhaus. Wir werden in den nächsten Tagen Schritte gegen das braune Pack beraten und wünschen unseren Genossen fürs Erste gute Besserung!

UPDATE: Nach ein paar Stunden konnten die beiden verletzten Genossen das Krankenhaus verlassen. Ihnen geht es den Umständen entsprechend gut.