Gegen Sexismus!

Für Emanzipation und Sozialismus!

Wusstest Du, dass Frauen* in Deutschland im Durchschnitt ein Fünftel weniger Geld für ihre Arbeit bekommen als Männer*? Wusstest Du, dass es vor allem Frauen* sind, die den Haushalt schmeißen? Wusstest Du, dass ein Drittel aller Mädchen* zwischen 11 und 17 Jahren von Essstörungen betroffen oder gefährdet ist? Und wusstest Du, dass jede vierte Frau* in Deutschland in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt erleben muss, und dass diese Gewalt meist von ihrem Partner ausgeht? Das alles – und noch viel mehr – wollen wir ändern.
Mit Dir können wir es schaffen!

Vor 110 Jahren entschieden sich Aktivist*innen in den USA das erste Mal einen Frauen*kampftag zu organisieren, um für ein gleiches und allgemeines Wahlrecht, sowie ökonomische Gleichstellung zu demonstrieren. Schnell verbreitete die sozialistische Arbeiter*innenbewegung die Idee eines Frauen*kampftages auf der ganzen Welt. Aber selbst
110 Jahre danach müssen wir noch immer gegen Sexismus kämpfen. Schuld ist das kapitalistische System, in dem wir leben.

In Deutschland gibt es zwar eine weitgehende gesetzliche Gleichstellung (abgesehen von Anti - Abtreibungs - Paragraphen). Das reicht aber offenbar nicht, um vor alltäglicher Diskriminierung zu schützen:

Frauen* arbeiten jeden Tag 75 Minuten mehr im Haushalt als Männer – das ist fast doppelt so lang. Allgemein ist die klassische Rollenverteilung in Deutschland immer noch weit verbreitet: Neben Haushalt kümmern sich viele Frauen* um Kinder, oftmals pflegen sie außerdem alte Angehörige. Viel zu oft wird es auch von ihnen erwartet. Natürlich wird diese Arbeit nicht bezahlt.

Auf Fernsehbildschirmen, im Internet, auf Werbetafeln, in Zeitschriften: Überall sind gephotoshoppte Models zu sehen, die irgendwelche Produkte bewerben. So wird ein Schönheitsideal geformt, das völlig ungesund ist. Barbie, die konsequenteste Darstellung dieses Schönheitsideals, hat so unnatürliche Körpermaße, dass sie kaum laufen könnte und ihre Menstruation niemals bekommen würde. Trotzdem geben sich viele Menschen Mühe, diesem Ideal möglichst nahe zu kommen: Diätmittelhersteller und Schönheitskliniken machen das große Geld – und Essstörungen sind weit verbreitet.

Sexualisierte Gewalt und Belästigungen bis hin zur Vergewaltigung sind keine Seltenheit: Statistiken belegen, dass jede vierte Frau* in Deutschland in ihrem Leben mindestens ein Mal davon betroffen ist. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein. Anlaufstellen und Beratungsangebote sind brutal unterfinanziert und können Betroffene somit nicht oder nicht ausreichend unterstützen.

Lohnunterschied: Frauen* bekommen im Durchschnitt 21 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen* Kollegen. Das heißt: Während der durchschnittliche Stundenlohn eines Mannes* bei 21,00 € liegt, liegt der einer Frau* bei 16,59 €. Bei gleicher Qualifikation im gleichen Beruf bleiben sechs Prozent Unterschied. Im Klartext heißt das: Frauen* arbeiten 77 Tage im Jahr kostenlos!

SEXISMUS HAT SYSTEM
Seit über einhundert Jahren kämpfen Feminist*innen gegen diese alltägliche Diskriminierung an. Und es wurden wesentliche Fortschritte erkämpft.
Jetzt machen Rechte und Konservative wieder mobil, um das Rad der Geschichte zurück zu drehen. Die AfD wirbt in Wahlkämpfen mit Plakaten, die Frauen* auf ihre Gebärfähigkeit reduzieren. Sie sagen, sie wollen Frauen* „von der Notwendigkeit, arbeiten zu gehen, befreien“ - unabhängig davon, ob Frauen* das wollen oder nicht. Sie hetzen gegen einen angeblichen „Gender-Wahn“. Im Internet ruft die AfD dazu auf, Ärzt*innen anzuzeigen. Auf Grund der rechten Klagewellen ist die Zahl an Ärzt*innen, die Abtreibungen vornehmen, in Deutschland um 40% gesunken.
Der Staat freut sich, dass Haushaltsarbeit, Kindererziehung und Altenpflege oftmals im Privaten – und damit unbezahlt – stattfindet. So spart er massig Geld, das er ausgeben müsste, um beispielsweise mehr Pflegepersonal auszubilden und zu bezahlen. Und auch Unternehmen sparen viel Geld, indem sie Frauen* schlechter bezahlen.

SEXISMUS KANN BEKÄMPFT WERDEN
Millionen sind betroffen, aber fühlen sich allein. Das muss nicht sein! Es ist Zeit für eine neue feministische Offensive!
In den letzten Jahren wurden immer wieder starke Zeichen gesetzt: Unter dem Hashtag #NotHeidisGirl wird gegen Schönheitsideale protestiert. An Krankenhäusern und in anderen frauen*dominierten Bereichen werden Proteste für eine Aufwertung dieser Arbeit und einen Entlastungs-tarifvertrag vorbereitet, in KiTas wird ein höherer Betreuungsschlüssel gefordert. Aktivist*innen stehen an der Seite von Ärzt*innen, die kriminalisiert werden, weil sie über Schwangerschaftsabbrüche infomieren.

Auch international passiert einiges: In Irland wurde 2017 das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche erkämpft, im spanischen Staat beteiligten sich am Frauen*kampf sechs Millionen Menschen am landesweiten Streik gegen Lohnungleichheit und sexuelle Gewalt. In Indien bildeten dieses Jahr 6,5 Millionen Frauen* eine 620 km lange Kette für Geschlechtergerechtigkeit.

Viele Menschen tragen sexistische Vorurteile in sich oder diskriminieren andere (auch wenn sie es oft gar nicht wollen). Sie haben jedoch keinen Vorteil dadurch. Einen Vorteil haben nur die wenigen Superreichen, die durch die Ausbeutung der Mehrheit ihren Wohlstand machen. Sie nutzen und fördern Sexismus gezielt zur Spaltung. Denn wenn „wir hier unten“ uns uneinig sind und uns gegenseitig bekämpfen, werden wir nicht gemeinsam für ein gutes Leben kämpfen. So ist Sexismus ein integraler Bestandteil des kapitalistischen Systems.
Wir dagegen wollen eine grundlegend andere Gesellschaft: Eine sozialistische Demokratie. Im Gegensatz zum Kapitalismus würden nicht einige Besitzer*innen die Gesellschaft nach ihren Profit-interessen leiten, sondern die Bedürfnisse von uns allen wären entscheidend. Frauenhäuser würden gut ausgestattet, das Angebot an KiTa- und Pflege-einrichtungen deutlich ausgebaut. Und es würden gezielte Maßnahmen ergriffen, um sexistische Vorurteile und Diskriminierung zurückzudrängen. Heute passiert das aber viel zu wenig: Solche Maßnahmen kosten mehr Geld, als sie einbringen und passen deshalb nicht zur Profitlogik des Kapitalismus.

FÜR EINE WELTWEITE BEWEGUNG
Manche versuchen auch, uns nach Herkunft, Hautfarbe und anderen Äußerlichkeiten zu spalten. Rechte spielen sich als Verteidiger*innen von Frauen* auf – interessanterweise aber nur, wenn dies als Vorwand für rassistische und nationalistische Hetze herhalten kann. Sie setzen sich auch nicht für die Rechte von weiblichen Menschen mit Fluchterfahrungen ein. Wir hingegen schon. Wir sehen uns als Teil einer weltweiten, internationalistischen Bewegung. Wir kämpfen gegen Fluchtursachen – niemand soll fliehen müssen. Und wir kämpfen gegen die Abschottung der EU. Auch hiervon sind Frauen* in besonderem Maße betroffen.

FÜR EINE SOZIALISTISCHE ZUKUNFT
Wir haben die Schnauze voll von Sexismus, Ausbeutung, Rassismus, Krieg und Armut. Wir wollen Schluss machen mit dem kapitalistischen System, das nur ganz wenigen nutzt! Stattdessen kämpfen wir für eine sozialistische Zukunft. Dann würde nicht für die Profite von ein paar Chefs produziert! Stattdessen würde sich die Wirtschaft an den Interessen von Mensch und Natur orientieren.

AM FRAUEN*KAMPFTAG AUF DIE STRASSE
Für den 8. März, den internationalen Frauenkampftag, und das folgende Wochenende sind zahlreiche Demonstrationen geplant. Dieses Jahr gibt es ebenfalls eine Initiative für einen feministischen Streik. Sie nehmen sich ein Vorbild an den Massenaktionen 2018 im spanischen Staat. Fünf Millionen Menschen waren beteiligt. In Barcelona demonstrierten allein 600.000. Die ganze Wut sowohl über die Diskriminierung als auch die Kürzungsmaßnahmen kamen zum Ausdruck.

Auch in Deutschland blieben 1994 am 8. März bis zu einer Millionen Frauen* der Arbeit fern, um gegen den Paragraph 218 zu protestieren. Die Orientierung auf die Aktionsformen der Arbeiter*innenbewegung ist richtig. Denn die Arbeiter*innenklasse ist die Kraft, welche die Gesellschaft grundlegend verändern kann und muss.
Wir rufen dazu auf, Frauen* und Männer* gemeinsam, sich an den Aktionen zu beteiligen. Wenn die Gewerkschaften mit ihren sechs Millionen Mitgliedern diese Aktionen entschlossen unterstützen und reale Streiks organisieren würden, könnte ein enormer und politischer Druck erzeugt und ein Ausgangspunkt werden, flächendeckende Kämpfe für Lohnerhöhungen und Gleichstellung zu führen. Dafür müssen wir gegenüber den Gewerkschaften und in den Gewerkschaften Druck machen. Wenn dieses Jahr Streiks in Schulen und Unis, Demonstrationen sowie betriebliche Aktionen wie Verweigerung von Überstunden und Einspringen stattfinden, wird es helfen, den Druck dafür weiter aufzubauen.

JEDER TAG IST FRAUEN*KAMPFTAG
Um wirklich etwas ändern zu können, müssen wir uns organisieren. Mach mit bei linksjugend ['solid] und kämpf mit uns für eine bessere Zukunft!
Mehr Infos und Kontakt zu Basisgruppen in Deiner Nähe findet Du auf unserer Webseite.

FEMINISMUS HEIẞT WIDERSTAND:
OHNE SOZIALISMUS KEINE BEFREIUNG DER FRAU*!
OHNE BEFREIUNG DER FRAU* KEIN SOZIALISMUS!

Am 8. März gibt es in vielen Städten lokale Aktionen. Informier Dich bei Deiner lokalen linksjugend ['solid]-Gruppe und sei dabei!
Am 9. März findet eine landesweite Demo in Düsseldorf statt. Wir sind natürlich dabei. Komm in unseren Block!
Infos unter linksjugend-solid-nrw.de

WIR FORDERN:

  • Gleiche Löhne für gleiche Arbeit! Lohnerhöhung in frauen*dominierten Berufen!
    Aufwertung von sozialen Berufen in Form von höherem Lohn! Schluss mit Kürzungen im öffentlichen Dienst!
  • Besseres Angebot von gut organisierten und ausgestatteten Frauen*häusern, Beratungsstellen und Notrufen!
  • Abschaffung der diskriminierenden Abtreibungsparagraphen §218 und §219a!
  • Kostenlose ganztägige Kinderbetreuung – Ausbau von Angeboten und Investitionen im Erziehungsbereich!
  • Verstärkung des Mutter- und Vaterschaftsschutzes im Beruf!
  • Vergesellschaftung der Hausarbeit – für flächendeckende und gut ausgestattete Kitas und Pflegeeinrichtungen – für günstige Restaurants und öffentliche Wäschereien! – Kantinen umsonst!
  • Gegen vorgeschriebene Familienentwürfe – für Anerkennung aller Lebensstile! Eheprivilegien für Alle!
  • Unser Feminismus ist international – Bleiberecht für Alle!