Lohnunterschied ★ Rollenbilder ★ Sexismus in Werbung & Medien ★ Übergriffe: Kämpf mit uns! Gegen Sexismus ★ Für Emanzipation und Sozialismus!

Wusstest Du, dass Frauen* in Deutschland im Durchschnitt ein Fünftel weniger Geld für ihre Arbeit bekommen als Männer*? Wusstest Du, dass es vor allem Frauen* sind, die den Haushalt schmeißen? Wusstest Du, dass ein Drittel aller Mädchen* zwischen 11 und 17 Jahren von Essstörungen betroffen oder gefährdet ist? Und wusstest Du, dass jede vierte Frau* in Deutschland in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt erleben muss, und dass diese Gewalt meist von ihrem Partner ausgeht? Das alles – und noch viel mehr – wollen wir ändern. Mit Dir können wir es schaffen!

Sexismus ist Alltag

100 Jahre nachdem der letzte deutsche Kaiser verjagt und das Wahlrecht für Frauen* erkämpft wurde werden Frauen* immer noch benachteiligt und diskriminiert. In Deutschland gibt es zwar eine weitgehende gesetzliche Gleichstellung (abgesehen von Anti-Abtreibungs-Paragraphen). Das reicht aber offenbar nicht, um vor alltäglicher Diskriminierung zu schützen:

Lohnunterschied: Frauen* bekommen im Durchschnitt 21 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen* Kollegen. Bei gleicher Qualifikation im gleichen Beruf bleiben sechs Prozent Unterschied. Im Klartext heißt das: Frauen* arbeiten 77 Tage im Jahr kostenlos!

Auf Fernsehbildschirmen, im Internet, auf Werbetafeln, in Zeitschriften: Überall sind gephotoshoppte Models zu sehen, die irgendwelche Produkte bewerben. So wird ein Schöhnheitsideal geformt, das völlig ungesund ist. Barbie, die konsequenteste Darstellung dieses Schönheitsideals, hat so unnatürliche Körpermaße, dass sie kaum laufen könnte und ihre Menstruation niemals bekommen würde. Trotzdem geben sich viele Menschen Mühe, diesem Ideal möglichst nahe zu kommen: Diätmittelhersteller und Schönheitskliniken machen das große Geld – und Essstörungen sind weit verbreitet.

Frauen* arbeiten jeden Tag 75 Minuten mehr im Haushalt als Männer – das ist fast doppelt so lang. Allgemein ist die klassische Rollenverteilung in Deutschland immer noch weit verbreitet: Neben Haushalt kümmern sich viele Frauen* um Kinder, oftmals pflegen sie außerdem alte Angehörige. Viel zu oft wird es auch von ihnen erwartet. Natürlich wird diese Arbeit nicht bezahlt.

Sexualisierte Gewalt und Belästigungen bis hin zur Vergewaltigung sind keine Seltenheit: Statistiken belegen, dass jede vierte Frau* in Deutschland in ihrem Leben mindestens ein Mal davon betroffen ist. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein. Anlaufstellen und Beratungsangebote sind brutal unterfinanziert und können Betroffene somit nicht oder nicht ausreichend unterstützen.

Sexismus hat System

Seit über einhundert Jahren kämpfen Feminist*innen gegen diese alltägliche Diskriminierung an. Und es wurden wesentliche Fortschritte erkämpft.
Jetzt machen Rechte und Konservative wieder mobil, um das Rad der Geschichte zurück zu drehen. Die AfD wirbt in Wahlkämpfen mit Plakaten, die Frauen* auf ihre Gebärfähigkeit reduzieren. Sie sagen, sie wollen Frauen* „von der Notwendigkeit, arbeiten zu gehen, befreien“ - unabhängig davon, ob Frauen* das wollen oder nicht. Sie hetzen gegen einen angeblichen „Gender-Wahn“ (gemeint ist dabei die Gleichberechtigung aller Menschen, unabhängig vom Geschlecht).

Der Staat freut sich, dass Haushaltsarbeit, Kindererziehung und Altenpflege oftmals im Privaten – und damit unbezahlt – stattfindet. So spart er massig Geld, das er ausgeben müsste, um beispielsweise mehr Pflegepersonal auszubilden und zu bezahlen. Und auch Unternehmen sparen viel Geld, indem sie Frauen* schlechter bezahlen.

Sexismus kann bekämpft werden

Millionen sind betroffen, aber fühlen sich allein. Das muss nicht sein! Es ist Zeit für eine neue feministische Offensive!

In den letzten Jahren wurden immer wieder starke Zeichen gesetzt: Unter dem Hashtag #MeToo berichteten Frauen* über erlebte Übergriffe, mit #NotHeidisGirl wird gegen Schönheitsideale protestiert. An Krankenhäusern und in anderen frauen*dominierten Bereichen werden Proteste für eine Aufwertung dieser Arbeit und einen Entlastungstarifvertrag vorbereitet, in KiTas wird ein höherer Betreuungsschlüssel gefordert.
Auch international passiert einiges: In Irland wurde das Recht auf homosexuelle Eheschließungen erkämpft, in Polen verhinderten Zehntausende die geplante Verschärfung des Abtreibungsparagraphen und in Argentinien wehren sich Hunderttausende gegen frauen*feindliche Gewalt.

Viele Menschen tragen sexistische Vorurteile in sich oder diskriminieren andere (auch wenn sie es oft gar nicht wollen). Sie haben jedoch keinen Vorteil dadurch. Einen Vorteil haben nur die wenigen Superreichen, die durch die Ausbeutung der Mehrheit ihren Wohlstand machen. Sie nutzen und fördern Sexismus gezielt zur Spaltung. Denn wenn „wir hier unten“ uns uneinig sind und uns gegenseitig bekämpfen, werden wir nicht gemeinsam für ein gutes Leben kämpfen. So ist Sexismus ein integraler Bestandteil des kapitalistischen Systems.
Wir dagegen wollen eine grundlegend andere Gesellschaft: Eine sozialistische Demokratie. Im Gegensatz zum Kapitalismus würden nicht einige Besitzer*innen die Gesellschaft nach ihren Profitinteressen leiten, sondern die Bedürfnisse von uns allen wären entscheidend. Frauenhäuser würden gut ausgestattet, das Angebot an KiTa- und Pflegereinrichtungen deutlich ausgebaut. Und es würden gezielte Maßnahmen ergriffen, um sexistische Vorurteile und Diskriminierung zurückzudrängen. Heute passiert das aber viel zu wenig: Solche Maßnahmen kosten mehr Geld, als sie einbringen und passen deshalb nicht zur Profitlogik des Kapitalismus.

Für eine weltweite Bewegung

Manche versuchen auch, uns nach Herkunft, Hautfarbe und anderen Äußerlichkeiten zu spalten. Rechte spielen sich als Verteidiger*innen von Frauen* auf – interessanterweise aber nur, wenn dies als Vorwand für rassistische und nationalistische Hetze gilt. Sie setzen sich auch nicht für die Rechte von weiblichen Menschen mit Fluchterfahrungen ein. Wir hingegen schon. Wir sehen uns als Teil einer weltweiten, internationalistischen Bewegung. Wir kämpfen gegen Fluchtursachen – niemand soll fliehen müssen. Und wir kämpfen gegen die Abschottung der EU. Auch hiervon sind Frauen* in besonderem Maße betroffen.

Für eine sozialistische Zukunft!

Wir haben die Schnauze voll von Sexismus, Ausbeutung, Rassismus, Krieg und Armut. Wir wollen Schluss machen mit dem kapitalistischen System, dass nur ganz wenigen nutzt! Stattdessen kämpfen wir für eine sozialistische Zukunft. Dann würde nicht für die Profite von ein paar Chefs produziert! Stattdessen würde sich die Wirtschaft an den Interessen von Mensch und Natur orientieren.

Am Frauen*kampftag auf die Straße!

Zum internationalen Frauen*kampftag am 8. März organisieren wir in vielen Orten Aktionen und Veranstaltungen – check Termine auf linksjugend-solid-nrw.de. Und am Samstag danach, den 10. März, führen wir mit vielen anderen Gruppen eine Großdemo in Düsseldorf durch. Auch dazu findest Du mehr Infos auf unserer Website.

Jeden Tag ist Frauen*kampftag!

Um wirklich etwas ändern zu können, müssen wir uns organisieren. Mach mit bei linksjugend ['solid] und kämpf mit uns für eine bessere Zukunft!

Feminismus heißt Widerstand:
Ohne Sozialismus keine Befreiung der Frau*
ohne Befreiung der Frau* kein Sozialismus!

* Wir wollen mit dem Sternchen darauf aufmerksam machen, dass es mehr als zwei biologische Geschlechter gibt und noch viele weitere persönliche und soziale Geschlechtsidentitäten (gender) hinzukommen.