Solidarität mit Hannah!

Aktuell ist unsere Genossin und Landessprecherin Hannah Bruns rechter Hetze und Drohungen bis hin zum Mord ausgesetzt. Wir möchten hiermit unsere volle Solidarität ausdrücken und uns an ihre Seite stellen!

Was ist geschehen?

Am vergangenen Wochenende fand die traditionelle Luxemburg-Liebknecht-Demonstration in Berlin statt. Bei dieser Demonstration wird den großen Revolutionären Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht (und vielen mehr) gedacht, die wegen ihrem Kampf um eine sozialistische Zukunft ermordet wurden.

Diese Demonstration ist traditionell ein Anziehungspunkt für antiimperialistische Linke aus dem ganzen Bundesgebiet – und für Polizeiprovokationen. Auch in diesem Jahr ließ die Polizei es sich nicht nehmen, mehrere Demonstrationsteilnehmer*innen brutal anzugreifen und mitzunehmen. Insgesamt wurden ca. ein Dutzend Genoss*innen im Zuge der LL Demonstration verhaftet. Der Vorwand: Sie trugen Fahnen mit dem Bild vom kurdischen Politiker Abdullah Öcalan und dem Symbol der syrisch-kurdischen linken Partei YPG mit sich. Auf Drängen der Türkei werden diese Symbole und die Anhänger*innen der Ideen, für die sie stehen, auch in vielen europäischen Staaten kriminalisiert. Auch Deutschland wirkt aktiv daran mit, Erdoğans Ziel, jegliche linke kurdische Politik zu zerschlagen, umzusetzen. Demonstrationen werden angegriffen, Menschen werden verfolgt, weil sie entsprechende Symbole auf Facebook posten, es sitzen sogar Menschen im Knast, weil ihnen eine Nähe zur verbotenen PKK nachgesagt wird. Es geht so weit, dass man, wenn man einen Mordanschlag überlebt, erstmal stundenlang von der deutschen Polizei schikaniert wird – Zeit, die auch den Tätern dabei helfen kann, ihre Spuren zu verwischen. So geschehen vor gut einer Woche, nachdem der kurdische Fußballprofi Deniz Naki in seinem Auto in der Nähe von Aachen beschossen wurde.
Wir solidarisieren uns mit allen Betroffenen, fordern eine Entkriminalisierung von PKK und allen anderen kriminalisierten kurdischen linken Organisationen und ein Ende der Waffenlieferungen an die Türkei!

Hannah ist mit anderen Genoss*innen zu dieser Demonstration gereist und musste die brutalen Polizeiübergriffe miterleben. Unter diesem Eindruck veröffentliche sie einen kurzen Beitrag auf Facebook, in dem sie die Polizei als „Bullenhunde“ und „Schweine“ bezeichnete – Wörter, die vielen, die Polizeigewalt erleben müssen, über die Lippen kommen. Unter anderen Umständen würden wir uns vielleicht zu dieser Wortwahl äußern. Doch was danach kommt, steht in keiner Relation dazu:

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) wurde auf diesen Eintrag aufmerksam. Ein übler, reißerischer Hetz-Artikel ließ nicht lange auf sich warten. Danach wiederum kamen schnell die ersten Drohungen, Morddrohungen inklusive.

Wenn unsere Genoss*innen bedroht werden, ist Solidarität eine Selbstverständlichkeit.