Solidarität mit den Anwohner*innen des Hannibal II

Vor drei Wochen wurde in Dortmund der Gebäudekomplex Hannibal II auf Grund fehlenden Brandschutzes geräumt. Die Ahnwohner*innen mussten unvorbereitet von heute auf morgen ihre Wohnungen verlassen. Fast 800 Menschen wurden über Nacht obdachlos. Die Stadt hat kaum Hilfe vorbereitet und auch jetzt gibt es kaum Unterstützung. Die meisten leben in Massenunterkünften oder bei Freunden und Verwandten. Ersatzwohnungen sind kaum vorhanden. Die Anwohner*innen müssen lange Fahrtwege zur Arbeit, Schule oder Kindergarten auf sich nehmen, wenn sie nicht gerade von einem Amt zum nächsten gejagt werden. Sie haben hohe Ausgaben und wissen nicht wie sie diese bezahlen sollen. Ihre aktuelle Lebenssituation ist sehr schlecht, besonders in den Massenunterkünften, und ihre Zukunft ungewiss.

Jahrelang hat das Immobilienunternehmen Intown das Hannibal II nicht in Stand gesetzt und damit sogar das Leben der Anwohner*innen gefährdet. Ausbaden müssen das jetzt die Mieter*innen. Wir sind der Meinung Intown muss zahlen und sollte enteignet werden. Aber auch die Stadt hätte viel mehr tun können. Wieso haben sie das Hannibal II überhaupt privatisiert? Wieso haben sie den Brandschutz nicht schon vorher kontrolliert? Wieso fand die Räumung so unvorbereitet statt? Sie könnten den Anwohner*innen viel alternative Wohnungen suchen, im Notfall Hotels buchen, die Menschen finanziell entschädigen und zum Beispiel allen ein kostenloses VRR-Ticket ausstellen. Die Rechnung können sie an Intown schicken.

Am Dienstag haben Anwohner*innen die Initiative Hannibal II gegründet und rufen am Samstag zur Demo in Dortmund auf. Die Demonstration startet um 13:00 an den Katharinentreppen auf Höhe der Sparkasse und endet mit einer Abschlusskundgebung vor dem Rathaus. Die Iniative hat drei Hauptforderungen aufgestellt:

1. Sofortige finanzielle Entschädigung für alle. Die Anwohner*innen können nicht alle Unkosten der letzten Wochen selber tragen und Quittungen sammeln in der Hoffnung die Stadt erstattet diese irgendwann.

2. Die Stadt soll sofort Wohnraum bereitstellen. Im Zweifelsfall muss sie Hotelzimmer buchen.

3. Das Hannibal II soll in öffentliches Eigentum überführt werden, damit die Stadt Dortmund sofort mit der Instandsetzung beginnen kann.

Wir unterstützen die Forderungen und rufen dazu auf sich am Samstag an der Demo zu beteiligen!