System Change not Climate Change!

System Change!

Die Umwelt retten: Den Kapitalismus überwinden! Ein Aufruf zu Widerstand, Solidarität und Sozialismus.

Der Klimawandel ist zerstörerisch. Wetterextreme nehmen zu. Durch massive Fluten, Dürren, Stürme, Kälte- und Hitzewellen sterben Menschen oder verlieren ihre Existenzgrundlage. Wüsten breiten sich aus, andere Gegenden werden regelmäßig überflutet. Ganze Landstriche werden unbewohnbar, Menschen zur Flucht gezwungen. Expert*innen sind sich einig: Wird die Welt sich um mehr als zwei Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erwärmen, droht die Erderwärmung sich zu verselbstständigen: Eis- und Schneeschilde, die heute große Teile der auf die Erde einstrahlenden Sonnenenergie reflektieren, schmelzen weg, die so freiwerdenden Wasser- und Landflächen nehmen deutlich mehr Energie auf; ähnlich verhält es sich mit der schützenden Ozonschicht. Ein Teufelskreis mit unvorhersehbaren, dramatischen Folgen würde beginnen.

Die Herrschenden gehören zum Problem, nicht zur Lösung

Die Gremien der kapitalistischen Klasse – G20, UNO, Weltklimakonferenz etc. – wissen sehr genau über die Problematik Bescheid. Sie diskutieren sie seit vielen Jahren und beschließen Maßnahmenpakete, die allesamt völlig unzureichend sind.
Im herrschenden kapitalistischen System stehen verschiedene Konzerne und Länder sich konkurrierend gegenüber. Das führt dazu, dass sie alle möglichst schnelle Profite erwirtschaften müssen. Kurzfristig gedacht ist Umweltschutz teuer. So kommt es, dass sich die Konzerne und Staaten, um wettbewerbsfähig zu sein, nicht mal an die viel zu begrenzten Beschlüsse halten: 2011 ist Kanada aus dem Kyoto-Umweltschutzabkommen ausgestiegen, um Strafzahlungen wegen Nichteinhaltung der Vereinbarungen zu vermeiden. Kürzlich hat US-Präsident Donald Trump ähnliches angekündigt. Der einflussreiche „Berliner Kreis“ in der CDU betont die „positiven Chancen“ der Erderwärmung – Rohstoffabbau und Fischfang in den Polregionen. Anstatt den Kohleausstieg voranzutreiben, werden neue Kraftwerke gebaut – teilweise ohne Genehmigung, wie im nordrhein-westfälischen Datteln. Sowohl Merkel als auch die ehemalige Rot-Grüne NRW-Landesregierung sind mitverantwortlich für diesen klimapolitischen Kurs. Ihre Kritik beispielsweise an Trump ist scheinheilig.
Das alles zeigt: Die Herrschenden werden den Klimawandel nicht stoppen, auch wenn sie die Erde auf den Kollaps zusteuern. Veränderung kann nur von uns kommen!

Europas größte CO2-Schleuder besetzen!

Im Rheinland, zwischen Köln und Aachen, wird in einer Reihe von Tagebauen Braunkohle abgebaut. Sie wird in Kraftwerken verfeuert und so – enorm ineffektiv – in Strom und Fernwärme verwandelt. Das Rheinische Braunkohlerevier ist die größte CO2-Schleuder Europas. Für die Profite der Energiekonzerne wird der Klimawandel angeheizt, ganze Landstriche vernichtet, Menschen vertrieben und die Umgebung verpestet.
Das Bündnis „Ende Gelände“ ruft dazu auf, dagegen vorzugehen. Mit Protesten, aber auch Blockaden von Gleisen, Besetzungen von Tagebauen und Baggern etc. soll die Kohleindustrie effektiv gestört und so die Umwelt geschützt werden. Wir unterstützen das und rufen zur Teilnahme auf!

Solange private Profite und nicht die Bedürfnisse von Mensch und Natur darüber entscheiden, was geschieht, ist aber keine nachhaltige Lösung in Sicht. Deswegen schlagen wir folgendes Programm vor:

1. Für den sozial-ökologischen Wandel!

Es braucht eine demokratische Diskussion, an deren Ende ein Plan zum Umbau der Energiewirtschaft stehen sollte. Essentials dabei sind in unseren Augen:
Kohleverstromung muss gestoppt werden. Kernkraftwerke sind tickende Zeitbomben und stellen keine Alternative dar. Auch Gaskraftwerke können allenfalls vorübergehend Ersatz sein. Der Energieverbrauch muss reduziert werden (zum Beispiel durch Stilllegung der energieintensiven Kriegsindustrie, den Abbau von Überproduktion, Dämmung von Häusern etc.). Der dann noch tatsächlich benötigte Energiebedarf muss möglichst schnell zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen stammen.
Wir brauchen Alternativen zum individuellen Autoverkehr. Eine Säule wäre ein gut ausgebautes, kostenloses öffentliches Verkehrswesen, aus ökologischen Gründen möglichst ohne Verbrennungsmotoren.

2. Die Beschäftigten sind Teil der Lösung!

Die Beschäftigten der Energiekonzerne sind genauso betroffen von Umweltzerstörung wie alle anderen. Oft sogar noch krasser – beispielsweise die Arbeiter*innen in den Tagebauen atmen dauerhaft hohe Dosen Kohlenstaub ein.
Arbeiter*innen in der Energie- und Bergbaubranche besitzen viele Kompetenzen, die wertvoll sind für die Umstellung auf erneuerbare Energien. Wollen wir einen grundlegenden Wandel erreichen, geht das nur mit den, nicht gegen die Beschäftigten.
Wir kämpfen für eine Arbeitsplatzgarantie, mindestens zu gleichen Konditionen. Wenn nötig müssen ausreichend Umschulungsmöglichkeiten geboten werden.

3. Die Reichen sollen zahlen!

Finanziert werden könnte ein solches Programm mit den Milliardengewinnen derer, die mit der Zerstörung der Umwelt Profite gemacht haben und sie weiter machen. Durch Reichensteuern, Millionärsabgaben bis hin zu Enteignungen gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, die benötigten Gelder bei denjenigen zu mobilisieren, die sie durch Ausbeutung von Menschen und Natur angesammelt haben.

4. Für grenzenlose Solidarität!

Klimaveränderungen machen vor nationalen Grenzen nicht halt, unser Widerstand darf es auch nicht. Wir sind solidarisch mit allen Klimakämpfen, linken und sozialistischen Bewegungen weltweit. Menschen, die vor den Folgen des Klimawandels fliehen, müssen hier aufgenommen werden und gleiche Rechte bekommen.

5. Für sozialistische Demokratie!

Kein Erfolg ist sicher, solange die Profitinteressen der Konzerne und Superreichen darüber entscheiden, was geschieht. Kapitalismus bedeutet, dass verschiedene Konzerne und Nationen miteinander um Marktanteile und Einflussgebiete konkurrieren. Kapitalismus heißt Überproduktion und Mangel, Kapitalismus bedeutet Krieg und Elend, Kapitalismus bedeutet Umweltzerstörung und Vertreibung. Der Kapitalismus muss überwunden und durch eine sozialistische Demokratie ersetzt werden: Eine Gesellschaft, in der die Produktion sich an den Bedürfnissen von Mensch und Natur orientiert, und die demokratisch von der gesamten Gesellschaft kontrolliert wird.

Ende Gelände: Sei dabei!

Vom 24.-29. August sowie vom 4.-5. November wird es im Rheinland vielfältige Proteste und Aktionen gegen die Braunkohleindustrie und Umweltzerstörung geben. Im August gibt es zudem mehrere Klimacamps mit Workshops, Trainings und vielem mehr. Wir rufen zur Teilnahme auf und laden Dich ein, das linksjugend ['solid]-Barrio auf dem Klimacamp zu besuchen.

Alle wesentlichen Infos findest Du unter ende-gelaende.org und unter klimacamp-im-rheinland.de

Organisier Dich!

Die sozialistische Zukunft muss erkämpft werden. Alleine wird man diesen Kampf nicht gewinnen. Deswegen: Organisier dich – mach mit bei linksjugend ['solid] NRW!