Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Tag der Befreiung

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 unterzeichnete Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel im sowjetischen Hauptquartier in Berlin die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht . In diesen Tagen gedenken wir der Befreiung vom Hitlerfaschismus.

Wie kam es eigentlich zum Hitlerfaschismus?

Das Kapital muss entscheiden, dass es sich die Herrschaftsform der bürgerlichen Demokratie nicht mehr leisten kann. Im Zuge einer großen politischen Erschütterungen und einer tiefen Wirtschaftskrise muss die Bourgeoisie zu der Überzeugung kommen, dass Gesetze, die Streiks verhindern, Lohnstopps und sonstige „legale“ Maßnahmen zur Beschränkung der Arbeiter*innenbewegung nicht mehr ausreichen, um ihre Profite zu sichern. In einer solchen Situation sind die Kapitalist*innen bereit, den Faschist*innen den Weg frei zu geben und sie finanziell zu unterstützen.

Die faschistische Bewegung organisiert ihren Kern jedoch im Allgemeinen aus verarmten Kleinkapitalist*innen und ist damit die politische Bewegung des vom Untergang bedrohten Kleinbürger*innentums. Sie stehen sozial einerseits zwischen den großen Konzernen, die die kleinen Kapitalist*innen mit verschärften Konkurrenzkampf in den Ruin treiben und andererseits der Arbeiter*innenbewegung mit ihren Lohnforderungen. Auch die Mittelschichten im Staatsapparat, die Unteroffiziere des Kapitals wie Polizeioffiziere usw. sind sehr anfällig für faschistische Ideologie, wenn die Krise die staatliche Autorität zerrüttet und so ihre gesellschaftliche Position gefährdet wird. Die Mittelschichten lehnen sich normalerweise an die Bourgeoisie an, denn ihr Blickwinkel ist der soziale Aufstieg in die herrschende Klasse. Die Geschichte hat deutlich gezeigt, dass es faschistischen Organisationen kaum möglich war, in die organisierte Arbeiter*innenklasse einzubrechen und dort eine organisierte Basis zu gewinnen, denn es ist ja das Ziel des Faschismus, die Organisationen der Arbeiter*innenklasse zu zerschlagen. Arbeiter*innenstimmen für Faschist*innen sind vor allem rassistischen Proteststimmen gegen den sozialen Verrat der Sozialdemokratie an den Interessen der Arbeiter*innen, aber noch nicht unbedingt Stimmen für Faschismus.

Die Weltwirtschaftskrise 1929 hatte auch in Deutschland enorme Auswirkungen. Aber wie immer hatten nicht die Kapitalist*innen die Folgen zu tragen, sondern die Arbeiter*innen, Arbeitslosen, Jugendlichen und Rentner*innen. Massenarbeitslosigkeit, Armut, lange Schlangen vor Suppenküchen: So sah der brutale Alltag für Millionen aus.
In einer solchen Situation gibt es radikale gesellschaftliche Veränderungen. Ganze Gruppen von Menschen, die sich nie in ihrem Leben an einem Streik oder einer Demonstration beteiligt haben, gehen plötzlich auf die Straße. Menschen suchen verzweifelt nach Lösungen für die wirtschaftliche Krise, in der sie sich auf einmal befinden. Eine starke sozialistische Arbeiter*innenbewegung könnte und konnte viele dieser Menschen anziehen, wie in den frühen 20er Jahren, als viele Kleinbürger*innen sich den Sozialdemokrat*innen oder Kommunist*innen im Kampf gegen die Krise anschlossen. Aber wenn es sie nicht gibtoder sie durch falsche Führer*innen in Niederlagen und in die Demoralisierung geführt wurde, dann erhält die faschistische Bewegung ihre Chance. Dann entsteht ein politisches Vakuum in der Gesellschaft, in dem bisherige politische Loyalitäten sich schnell auflösen. Der Faschist/die Faschistin hat für die Verlierer*innen einer Krise eine scheinbar einfache Erklärung, denn schuld sind „das jüdische Finanzkapital“, Einwander*innen oder diverse andere Feindbilder und eine scheinbar einfache Lösung, um die Krise zu bekämpfen: Pogrome gegen andere Opfer der kapitalistischen Krise und einen neuen Krieg. Die Propaganda des Faschismus besteht normalerweise aus einem beliebigen Gemisch von Theorien und der einzige Faden der sich durch den Faschismus zieht ist ein fanatischer Nationalismus, der sich durch die Überlegenheit der „eigenen Rasse“ zu legitimieren versucht.

In den 30er Jahren, bevor Hitler an die Macht kam, behaupte die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), dass Deutschland bereits ein faschistischer Staat sei. Sie behauptete, dass Hitler nur ein weiterer rechter Maulheld sei. Sie mussten ihren Fehler in den Konzentrationslagern erkennen, als es zu spät war: Da waren die Gewerkschaften bereits total zerschlagen, ihre Büros verwüstet und viele aktive Gewerkschafter*innen ermordet oder mit einem Fuß in den Konzentrationslagern der Faschist*innen und den Erschießungskellern der Gestapo.

Erinnert wird am 08. Mai an die unzähligen Opfer der Shoah - Jüdinnen und Juden, Kommunist*innen, Sozialdemokrat*innen, Anarchist*innen, Gewerkschaftler*innen, Widerstandskämpfer*innen, Homosexuelle, Sinti und Roma - an die Millionen Menschen in den Konzentrationslagern, Zuchthäusern und Folterkammern der GeStaPo. Dies beendet zu haben, dafür schulden wir vor allem der Roten Armee, die die Hauptlast im Kampf gegen den Faschismus und bei seiner Zerschlagung trug, großen Dank.