Gegen Sexismus: Emanzipation erkämpfen!

Gegen Sexismus: Frauenbefreiung erkämpfen!
Gegen Sexismus: Frauenbefreiung erkämpfen!

In Westdeutschland bekommen Frauen im Durchschnitt 23 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen (Bundesweit liegt die Zahl bei 21%). Im Durchschnitt müssen sie damit 77 Tage länger arbeiten, um auf ein durchschnittliches Jahresgehalt eines Mannes zu kommen. Bereinigt man die Statistik und vergleicht nur Vollzeit tätige Frauen und Männer im gleichen Beruf, bleiben immer noch 8 Prozent Unterschied. Das ist nichts anderes als sexistische Diskriminierung.

Hausarbeit, Kinder- und Altenpflege wird auch 2017 vor allem von Frauen erledigt: Durchschnittlich leisten sie etwa 100 Minuten mehr (natürlich unbezahlte) Arbeit im Haushalt als Männer. Daran haben auch eine weitgehende gesetzliche Gleichstellung und Anti-Diskriminierungsgesetze wenig geändert: Durch veraltete Rollenbilder und fehlende gesellschaftliche Entlastung werden Frauen an Heim und Herd gebunden.

Gleichzeitig wird durch Medien und Werbung ein Bild von Frauen vermittelt, die möglichst einem (durch Photoshop) vorgezeichneten Schönheitsideal entsprechen sollen. Sie sollen „sexy“ und attraktiv sein und auch zu blöden Sprüchen immer nett lächeln. Männer hingegen sollen „stark“ und mackerhaft sein. Solche Rollenbilder degradieren Frauen zum Objekt. Besonders deutlich wird das am Beispiel der Prostitution, wo Frauen ihren Körper verkaufen. Andere extreme Folgen sind sexuelle Übergriffe. Betroffene von sexualisierter Gewalt können sich oft kaum wehren. Frauenhäuser sind überfüllt, Beratungsstellen unterfinanziert.

Aber so muss es nicht sein. Vor 100 Jahren, in der russischen Revolution, wurden veraltete, patriarchale Strukturen in kürzester Zeit über den Haufen geworfen. Frauen standen an vorderster Front und haben viele Verbesserungen erkämpft und verteidigt.

Heute versuchen Rechte wieder, in die Offensive zu kommen. Dabei heucheln sie auch vor, Frauen vor „dem Islam“ verteidigen zu wollen. Köpfe von PEGIDA kommen aus dem zutiefst frauenfeindlichen Rocker- und Rotlichtmilieu, Neonazis vertreten ein mittelalterliches Frauenbild. Während sie angeblich Frauen verteidigen wollen, attackieren sie Frauenrechte. Die AfD will die „traditionelle Ehe“ verteidigen. Abtreibungen sollen weiter erschwert werden.

Diese Angriffe müssen zurückgeschlagen werden. Und der Kampf um echte Emanzipation muss geführt werden: Gegen Lohnunterschiede, erdrückende Rollenbilder, miese Sprüche, sexistische Gewalt.

Im Mai 2017 wird in NRW ein neuer Landtag gewählt. Eine starke LINKE macht einen großen Unterschied – sie ist die einzige relevante Partei, die nicht nur konsequent für Emanzipation kämpft, sondern auch die Grundlagen, auf denen Sexismus gedeihen kann, bekämpft. Deswegen rufen wir Dich dazu auf, DIE LINKE zu wählen. Und mit uns aktiv zu werden, denn wählen allein wird nicht reichen!

Wir fordern:

-Gleichen Lohn für gleiche Arbeit! Lohnerhöhung in frauendominierten Berufen!
-Besseres Angebot von gut ausgestatteten Frauenhäusern, Beratungsstellen und Notrufen!
-Abschaffung der diskriminierenden Abtreibungsparagraphen 218 und 219!
-Kostenlose ganztägige Kinderbetreuung - Ausbau von Angeboten und Investitionen im Erziehungsbereich!
-Vergesellschaftung der Hausarbeit – für flächendeckende und gut ausgestatte KiTas und Pflegeeinrichtungen, günstige Kantinen und Wäschereien!
-Gegen vorgeschriebene Familien-entwürfe – Anerkennung aller Lebensstile! Eheprivilegien für Alle!
-Unser Feminismus ist international: Bleiberecht für Alle!

Viele Menschen tragen sexistische Vorurteile in sich oder diskriminieren andere (auch wenn sie es oft gar nicht wollen). Sie haben jedoch keinen Vorteil dadurch. Einen Vorteil haben nur die wenigen Superreichen, die durch die Ausbeutung der Mehrheit ihren Wohlstand machen. Sie nutzen und fördern Sexismus gezielt zur Spaltung. Denn wenn „wir hier unten“ uns uneinig sind und uns gegenseitig bekämpfen, werden wir nicht gemeinsam für ein gutes Leben kämpfen. So ist Sexismus ein integraler Bestandteil des kapitalistischen Systems.
Wir dagegen wollen eine grundlegend andere Gesellschaft: Eine sozialistische Demokratie. Im Gegensatz zum Kapitalismus würden nicht einige Besitzer*innen die Gesellschaft nach ihren Profitinteressen leiten, sondern die Bedürfnisse von uns allen wären entscheidend. Frauenhäuser würden gut ausgestattet, das Angebot an KiTa- und Pflegereinrichtungen deutlich ausgebaut. Und es würden gezielte Maßnahmen ergriffen, um sexistische Vorurteile und Diskriminierung zurückzudrängen. Heute passiert das aber viel zu wenig: Solche Maßnahmen kosten mehr Geld, als sie einbringen und passen deshalb nicht zur Profitlogik des Kapitalismus.
Wir kämpfen für jede Verbesserung und gegen jede Verschlechterung auch im bestehenden System oder unterstützen solche Kämpfe: Nach Streiks wurden die Löhne der Erzieher*innen deutlich angehoben (wenn auch unzureichend). Durch feministische Interventionen werden regelmäßig Angriffe von Abtreibungsgegner*innen abgewehrt. Aber letztendlich wollen wir den Kapitalismus überwinden. Dabei verlassen wir uns nicht auf Parlamente. Eine starke LINKE-Fraktion macht zwar einen riesigen Unterschied, wirkliche Fortschritte kann sie aber nur mit Unterstützung einer starken Bewegung auf den Straßen erkämpfen.

Keine Verbesserung ist im Kapitalismus von Dauer. Wenn die Kräfteverhältnisse sich ändern werden Verbesserugnen schnell wieder abgeschafft. Dauerhafte Verbesserungen kann es nur geben, wenn der Kapitalismus überwunden und eine Gesellschaft aufgebaut wird, die nach den Bedürfnissen Aller statt nach den Profitinteressen Weniger wirtschaftet. Den Kampf für einzelne Verbesserungen, für Reformen, sehen wir als Teil unseres antikapitalistischen und sozialistsichen Kampfes. Organisier‘ Dich bei uns und werd‘ Teil unseres Kampfes!