Am 10.12.2009 Bonn blockieren!

Kultusministerkonferenz lahmlegen

Nordrhein-Westfalen bleibt sitzen. Während Banker den Crash an den Finanzmärkten verursachten und die Schäden ihrer Zockerei mit Milliarden vom Staat übernommen wurden, steht es um die Bildung schlechter denn je. Was in den Bilanzen der West LB und anderer verschwand, hätte die Zustände beenden können, die SchülerInnnen, StudentInnen, LehrerInnen und Eltern schon lange anprangern. Es ist grotesk, dass Schulklassen 30 SchülerInnen und mehr umfassen, weil angeblich kein Geld da ist, gleichzeitig aber Milliarden bereitgestellt werden, wenn die Bankerlobby auf der Matte steht.

Es sind nicht die vielbeschworenen „knappen Kassen“, die eine bessere Bildung verhindern; es ist der politische Wille der herrschenden Parteien und die fortwährende Fixierung auf die Leitmotive der kapitalistischen Wirtschaftsordnung: Selektion, Konkurrenz, Ausgrenzung. Kopfnoten und Noten im Allgemeinen sollen eine gefügige, auf die Bedürfnisse der Wirtschaft zugeschnittene Masse an Humankapital produzieren. Sie dienen als Züchtigungsmittel für diejenigen, die sich mit den herrschenden Verhältnissen nicht abfinden wollen. Junge Menschen sollen so auf Markt und Wirtschaft abgerichtet werden. Immer mehr Prüfungen und Vergleichsarbeiten verstärken diesen Konkurrenzdruck.

Doch bereits vor dem Besuch der Grundschule ist vorbestimmt, wer welchen Bildungsweg gehen soll. Fehlende Kitaplätze und hohe Gebühren sorgen dafür, dass Bildung vor allem bei denen, die es sich nicht leisten können, zur Mangelware wird. Diese soziale Auslese nach dem Kontostand der Eltern zieht sich durch alle Bildungsbereiche. Das gegliederte Schulwesen selektiert im Sinne derjenigen, die NRW-Bildungspolitik betreiben. Es bevorzugt die Kinder reicher Eltern und diskriminiert MigrantInnen systematisch. Studiengebühren und die Abschaffung der Lernmittelfreiheit tun ihr übriges dafür, dass junge Menschen ohne das nötige „Kleingeld“ nicht studieren können. Deshalb fordern wir gemeinsam mit dem Bildungsstreik unter anderem:

• selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungs- und Konkurrenzdruck

• freier Bildungszugang und Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren wie Studien-, Ausbildungs- und Kitagebühren

• öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft u.a. auf Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe

• Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen

Am 10. Dezember werden sich diejenigen, die für diese katastrophalen Zustände verantwortlich sind, in Bonn auf der Kultusministerkonferenz treffen. Die BildungsministerInnen der Länder werden auf der Konferenz beratschlagen, welche weiteren Veränderungen im Bildungsbereich erfolgen sollen. Dass sie die Forderungen des Bildungsstreiks nach mehr Geld für Bildung, statt für Banken erfüllen, ist wohl eher unwahrscheinlich. Nur wenn wir laut sind wird ihnen nichts anderes übrig bleiben, als unseren Forderungen nachzukommen. Deshalb heißt es Druck machen und am 10. Dezember auf die Straße!

Elite war als Kind schon Scheiße!

KMK blockieren - 10.12.2009 Bonn Bad Godesberg Bahnhof // 13 Uhr

Für freie Bildung für alle!