Druck machen für einen "heißen Herbst"!

DIE LINKE. NRW und Linksjugend ['solid] NRW unterstützen den Bildungsstreik. Der zweite Bildungsstreik in diesem Jahr hat begonnen. Seit Wochen besetzen Studentinnen und Studenten die Hörsäle ihrer Unis und fordern gemeinsam mit Schülerinnen, Schülern und Azubis ein grundlegend anderes Bildungssystem.

"Die Politik schaltet auf stur und tut so, als seien die Forderungen des Bildungsstreiks mit kosmetischen Änderungen im bestehenden System zu erfüllen", kritisiert Nora Sentker, Landessprecherin der Linksjugend ['solid] - nrw die Äußerungen von Bundesbildungsministerin Annette Schavan, die jüngst unter Verweis auf die StudentInnenproteste forderte, die Länder sollten die verabredeten Reformen zügig umsetzen.

 "Ein System, das auf Selektion und Ausgrenzung setzt, ist schon im Kern abzulehnen. Das dreigliedrige Schulsystem sortiert nach vier Jahren nach dem sozialen Status, fehlende Lernmittelfreiheit und die Einführung von Studiengebühren tun ihr übriges dazu, dass nur diejenigen mit dem notwendigen 'Kleingeld' einen guten Abschluss bekommen", so Sentker weiter. Schon jetzt müsse der Großteil der StudentInnen nebenbei in Teilzeit arbeiten. "Die Forderungen nach freier Bildung unabhängig vom Geldbeutel der Eltern können wir nur unterstützen. Bildung muss kostenlos und frei zugänglich sein, ein Leben lang", so Sentker weiter. Dafür habe sich der Landesverband der Linksjugend ['solid] auch auf dem vergangenen Programmparteitag der LINKEN in Hamm eingesetzt.

 "Die Kultusministerkonferenz (KMK), also das Treffen der BildungsministerInnen der Länder, hat in der Vergangenheit Beschlüsse gefasst, die die bestehenden Probleme an den Hochschulen weiter verschärft haben. Bologna und die verpatzte Einführung des Bachelor/Master-Systems gehen auf das Konto der KMK. Eine höhere Vergleichbarkeit der Studienabschlüsse gibt es nicht, statt dessen herrscht Chaos. Deshalb unterstützen wir den Aufruf, die Kultusministerkonferenz am 10.12. in Bonn zu blockieren", erklärt Mona Bünnemann, schulpolitische Sprecherin DIE LINKE. NRW. "Junge Menschen sollen auf Markt und Wirtschaft abgerichtet werden. Unternehmen und Konzerne versuchen, Einfluss auf die Schulen und Hochschulen auszuüben. Dem setzen wir ein öffentlich finanziertes Bildungsystem entgegen, das kritische Wissenschaft fördert und gleiche Chancen für alle ermöglicht.

DIE LINKE. NRW und Linksjugend ['solid] NRW erklären sich mit den Streikenden solidarisch und rufen dazu auf, am 17. November gemeinsam für bessere Bildung auf die Straße zu gehen. "Nur mit Druck von der Straße wird es spürbare Veränderungen geben können. Wir werden dazu beitragen Schavan, Rüttgers, Sommer und Pinkwart einen 'heißen Herbst' zu bescheren," schließt Mona Bünnemann.