Solidarität mit Suruc – Türkische Regierung trägt Mitschuld

Die Linksjugend [solid‘] NRW verurteilt den feigen und barbarischen Anschlag auf eine Delegation der SGDF (Föderation Sozialistischer Jugendverbände) gestern in Suruc. Dabei kamen mindestens 30 Jugendliche ums Leben und mindestens 100 weitere wurden verletzt. Die über 300 Aktivisten waren auf den Weg ins zerstörte Kobane, um beim Wiederaufbau zu helfen. Der Anschlag ereignete sich in einem bekannten Kulturzentrum, als sich die Jugendlichen zu einem Gruppenfoto versammelten. Verantwortlich dafür soll eine 18-Jährige IS-Sympathisantin gewesen sein, welche sich selbst in die Luft sprengte.
„Dieser Anschlag erfüllt uns mit Trauer. Er darf uns aber nicht paralysieren, denn unsere Solidarität wird genau jetzt gebraucht“, so Artur Schwarz, Landessprecher der Linksjugend [solid‘] NRW. „Diese Jugendlichen wollten nicht nur das Symbol des kurdischen Widerstands gegen den IS wieder aufbauen. Vielmehr wollten sie beim Aufbau einer demokratischen und gerechten Gesellschaft helfen, welche nicht nur dem IS, sondern auch der türkischen Regierung ein Dorn im Auge ist. Denn es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die türkische Regierung die kurdische Selbstverwaltung in Rojava mehr fürchtet als den IS. So dürfen IS-Terroristen nach Belieben die türkische Grenze passieren und sie als Nachschubweg sowie Rückzugsraum nutzen. Gleichzeitig bleibt sie für Unterstützerinnen und Unterstützer der Kurden geschlossen. Mögliche Bodenoffensiven der Türkei wurden auch immer an die Bedingung geknüpft, ebenfalls gegen die Volksverteidigungseinheiten der Kurden vorgehen zu dürfen.“
Eine Aufklärung des Angriffs seitens türkischer Behörden wird es aller Wahrscheinlichkeit nicht geben, wie die mangelnde Aufklärung bei Anschlägen auf HDP Kundgebungen und Gebäude in der jüngsten Vergangenheit gezeigt hat, weshalb jetzt Stimmen nach einer internationalen Untersuchungskommission laut werden.
„Wir fordern auch endlich ein Umdenken der Bundesregierung im Umgang mit der Türkei. Waffenlieferungen müssen gestoppt, deutsche Soldaten aus der Türkei abgezogen und die EU-Beitrittsverhandlungen auf Eis gelegt werden. Um Erdogan stattdessen nicht zu provozieren, werden weiterhin Anhänger der kurdischen Arbeiterpartei PKK in Deutschland kriminalisiert, welche an der Verteidigung Kobanes und der Befreiung der Yeziden aus dem Shingal-Gebirge beteiligt waren“, so Maureen Mederer, Landessprecherin der Linksjugend [solid‘] NRW, abschließend.