Erklärung zum Übergriff in Wuppertal

Mit Erschrecken haben wir die Nachricht zur Kenntnis genommen, dass am vergangenen Freitag ein gewalttätiger Übergriff in Wuppertal stattgefunden hat, bei dem auch Mitglieder unseres Verbandes verletzt wurden. Hierbei handelte es sich nach den uns vorliegenden Erkenntnissen um eine gezielte politische Attacke. Motiv für den Übergriff war offenbar, das geplante Gründungstreffen der „BAK Shalom AG NRW“ zu stören und potentielle Teilnehmer*innen abzuschrecken. Es ging den Angreifer*innen wohl darum, politisch ein "Exempel" zu statuieren.

Wir verurteilen dieses Vorgehen mit Nachdruck. Auch wenn wir selbst massive inhaltliche Differenzen mit den Positionen des BAK Shalom haben, lehnen wir Gewalt als Mittel zur Durchsetzung eigener politischer Vorstellungen kategorisch ab. Wer aus politischen Gründen auf andere einschlägt, sollte reflektieren, ob das Gebot der Friedlichkeit nur in der Außenpolitik Anwendung finden muss oder auch im Umgang miteinander. Als aktive und teils langjährige Mitglieder der Linksjugend ['solid] NRW lehnen wir es jedoch ab, Menschen, die ebenfalls antiimperialistische Positionen vertreten, mit antisemitischen Gewalttäter*innen in einen Topf zu werfen.

Dass Personen aus unserem Verband die Angreifer*innen kennen sollen und sie kurz zuvor auf dem Campus getroffen haben, alarmiert uns. Wir fordern die uns namentlich bekannten Mitglieder deshalb dazu auf, dem Bundessprecher*innenrat unseres Verbandes, den wir hiermit zugleich bitten, die Aufklärung des Vorfalls zu begleiten, die Namen der Angreifer*innen - sofern bekannt - zu nennen oder jedenfalls Informationen zur Identifizierung mitzuteilen. Wir werden als Landesverband NRW ebenfalls für eine möglichst rasche, aber zugleich auch gründliche Aufklärung der Geschehnisse sorgen, die ohne Zweifel eine Aufarbeitung mit der Basis gemeinsam bedarf.

Wir treten Antisemitismus in jeder Form aktiv entgegen, das heißt auch, dass wir eine Täter*innen-Opfer-Verdrehung bei antisemitischen Übergriffen für untragbar halten. Wir erklären uns solidarisch mit allen Betroffenen des feigen Übergriffs dieser antisemitischen Schläger*innen.

Gleichzeitig müssen wir an dieser Stelle unseren Landessprecher*innenrat (LSPR) als Gremium in Schutz nehmen. Wir werden den Vorwürfen einer Verstrickung eines LSPR-Mitglieds bei dem Angriff nachgehen. Des Weiteren gilt für uns die Unschuldsvermutung. Deshalb sehen wir davon ab, voreilige Schlüsse zu ziehen, betonen hierbei dennoch, dass wir uns klar distanzieren von Gewalt befürwortenden Personen. Diese sind für uns untragbar.

Unterzeichner*innen:
Der LandessprecherInnenrat

Christian Baumann (BG Düsseldorf)
Felix Schneider (BG Köln)
Felix Rauls
Kathi Heiber (BG Köln)
Jasper Prigge (Jugendpolitischer Sprecher, BG Ruhr)
Sonja Neuhaus (BG Ruhr)
Daniel Kerekes (BG Ruhr)
Alexander Gutmann (BG Wuppertal)
Charly (BG Wuppertal)
Niema Movassat (MdB DIE LINKE)
Laura Keek (BG Ruhr)
Felix Jaschik (BG KV-Wesel)
Jens Jaschik (BG KV-Wesel)
Jaden Milan Zoranovic (BG Krefeld)
Alexander Vorwerg (BG Bielefeld)
Marco Ehrenholz (BG Bonn)
Ewindar Gürel (BG Krefeld)
Hannah Bruns (BG Bochum)
Markus Bögner (BG KV-Wesel)
Sefika Minte (BG Düsseldorf)
Finn (BG Köln)
Timm Schobert (BG Bochum)
Manuel Jung (BG Paderborn)
Patrick Kahle (BG Bielefeld)
Benny Krutschinna (BG Bochum)
Max Bolgen (BG Bielefeld)
Iris Bullerdiek (BG Bochum)
Sören Becker (BG Bonn)
Jannik (BG Bonn)
Thomas Beckmann (BG Köln)
Rüdiger Burmeister (BG Köln)
Pascal König (BG Paderborn)
Resul Polat (BG Ruhr)
Boyar Ari Saeed (BG Ruhr)
Jasper Köster (BG Oberhausen)
Natalie Meisen (BG Düsseldorf)
Nicolas Polz (BG Bottrop)
Frederik Buchmann (BG Münster)
Henrik Tersteegen (BG Herne)
Liam Collinson (BG Ruhr)
Johannes Wolff (BG Ruhr)
Marcus Flemming (BG Düsseldorf)
Joel Wächter (BG Ruhr)
Beate Pohlers (BG Düsseldorf)
Philip Magnus (BG Düsseldorf)
Felix Lenz (BG Bochum)

Weitere UnterstützerInnen des Landesverbandes können sich gerne per Mail an den LandessprecherInnenrat wenden. (info@linksjugend-solid-nrw.de)