Stopp der Gewinnsteigerung auf Kosten der ArbeitnehmerInnen – Solidarität mit den Arbeitskämpfen im Einzelhandel

Die Linksjugend ['solid] NRW erklärt sich solidarisch mit dem Kampf der Beschäftigen im Einzelhandel gegen den Generalangriff der ArbeitgeberInnen.

Bundesweit müssen drei Millionen Beschäftigte im Einzelhandel um ihre Gehaltseinstufung und die Zuschläge für Wochenend-, Spät- und Nachtdienste bangen, darunter auch viele Jugendliche und junge Erwachsene. Die ArbeitgeberInnen haben fast alle bestehenden Tarifverträge aufgekündigt und blasen damit zu einem Generalangriff auf Löhne und Arbeitsbedingungen. Ein Angriff, der das Ziel hat die Gewinne der Unternehmen auf Kosten der Beschäftigten weiter zu steigern.

„Die Kündigung aller Tarifverträge ist ein nie dagewesener Angriff auf soziale Errungenschaften und Rechte im Einzelhandel. Die Linksjugend ['solid] NRW unterstützt die Beschäftigten im Kampf für den Erhalt und Ausbau ihrer Rechte. Wir fordern darüber einen gesetzlichen Mindestlohn von 10 Euro und eine Mindestausbildungsvergütung von 800 Euro“, erklärt Jules El-Khatib, Landessprecher der Linksjugend ['solid] NRW.

Nach Auskunft der Bundesagentur für Arbeit gibt es in NRW im Einzelhandel 462.817 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, davon 317.552 Frauen. Hinzu kommen noch zahlreiche MinijobberInnen, darunter viele junge Erwachsene, die sich mit niedrigsten Löhnen über Wasser halten.

Die Arbeitsbedingungen im Einzelhandel haben sich durch eine seit Jahren stattfindende Tarifflucht der ArbeitgeberInnen ohnehin schon dramatisch verschlechtert. 38,5 % der mehrheitlich weiblich Beschäftigten arbeiten im Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen unterhalb der offiziellen Niedriglohngrenze von 10,36 Euro, die Zahl ist in den letzten Jahren gestiegen.

„Diese Zahlen sind angesichts der riesigen Gewinne von Aldi, Rewe, C&A und anderen Unternehmen im Einzelhandel ein Skandal, der nicht toleriert werden darf“, so Jules El-Khatib. Linksjugend ['solid] NRW unterstützt daher die Beschäftigten in ihrem Kampf für gute Arbeitsbedingungen und gute Löhne. „In den anstehenden Tarifverhandlungen im Einzelhandel können sich die Beschäftigten unserer Solidarität sicher sein. Die weitere Umverteilung von unten nach oben muss beendet werden, der Arbeitskampf der Beschäftigten und die Forderung nach einer Mindesterhöhung der Löhne von Beschäftigten und Auszubildenden um 140 Euro ist ein wichtiger Schritt für eine Beendigung der Gewinnsteigerung auf Kosten der ArbeitnehmerInnen“, so Jules El-Khatib.
Die Linksjugend ['solid] NRW solidarisiert sich mit allen Streikenden und fordert ein Ende der stetig sinkenden Reallöhne der Beschäftigten.