„Gemeinsam auf diesem Pfad des Sozialismus des neuen Jahrhunderts“ - Zum Tode von Hugo Chavez

Am 05.03 verstarb Hugo Chavez in einem Krankenhaus in Caracas. Er, der 14 Jahre als Präsident Venezuelas für einen Sozialismus des 21. Jahrhunderts gekämpft hat, hat den Kampf gegen seine Krebserkrankung verloren.

Chavez regierte seit 1999 das Lateinamerikanische Land und führte es für viele Menschen in eine bessere Zukunft. Er erhöhte die Ausgaben für Bildung und Gesundheitswesen. Der Zugang zu Krankenhäusern, Schulen und öffentlichen Anstalten wurde deutlich verbessert. Kindersterblichkeit und Mangelernährung konnten deutlich reduziert werden, die Lebenserwartung der Bevölkerung stieg um ein ganzes Jahr an. Chavez gab der vormals unterdrückten Indigenen Bevölkerung Venezuelas Verfassungsrang, förderte ihre Sprache, Kultur und eigene Territorien.

Für Chavez war klar, dass Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Situation der Bevölkerung nur so viel wert sind, wie die natürlichen Lebensgrundlagen geschützt werden. Nicht umsonst garantiert die neue venezolanische Verfassung das individuelle und kollektive Recht auf eine sichere, gesunde und ökologisch ausgewogene Umwelt – gleichrangig mit anderen grundlegenden Menschenrechten wie dem Recht auf Leben, Gesundheit und Bildung.

Unter Chavez fand durch die Etablierung von Genossenschaften und Arbeiterselbstverwaltungen zudem eine der größten Demokratisierungsprozesse innerhalb des südamerikanischen Kontinents stand. Ausländische Rohstoffproduzenten wurden mit hohen Abgaben sanktioniert, was der armen Bevölkerung direkt zugute kam.

International war es Chavez, der unnachgiebig Kriege und und ihre kritisierte. Dabei versteckte er sich nicht hinter diplomatische Floskeln, sondern fand klare Worte. So etwa zum Krieg im Irak: "Man muss sich aber daran erinnern, dass Bush keine Schuhe auf das irakische Volk geworfen hat, sondern Bomben, Tod und Zerstörung."

Bereits vor seinem Tod versuchte die bürgerliche Opposition Chavez unter Druck zu setzen, indem sie mittels künstlich geschaffener Warenknappheit und medialer Kampagnen gegen die Regierung agitierte. Trotz aller Propaganda: in einer Umfrage kurz vor Chavez' Tod, gaben 84% der Bevölkerung an, mit ihrem Leben zufrieden zu sein. Chavez hatte stets die Mehrheit der Menschen hinter sich und gewann trotz seiner Erkrankung im Oktober 2012 erneut mit deutlichem Abstand zu seinem Herausforderer die Präsidentenwahl.

Weniger Arme, mehr Demokratie in Wirtschaft und Staat, größere Sicherheit und eine selbstbewusste Außenpolitik sind die Ergebnisse von 14 Jahre Hugo Chavez.

An diesen Erfolgen müssen sich zukünftige Präsidenten Venezuelas, aber auch anderer Länder messen lassen. Sie müssen den von Chavez eingeschlagenen Weg weiter gehen und die Erfolge verteidigen. Wir hoffen, dass Chavez Nachfolger seine Worte beherzigen: „Die Linke ist zurück und sie ist der einzige Weg, den wir haben, um uns aus der Lage zu befreien, in die uns die Rechte gebracht hat. Der Sozialismus baut auf und der Kapitalismus zerstört.“

Lang lebe die bolivarische Revolution!

Linksjugend [solid] NRW