Linksjugend [' solid] nrw im Hungerstreik mit den Flüchtlingen!

Linksjugend NRW

„Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker.“ - Ernesto Che Guevara

Die Situation der Flüchtlinge in Deutschland ist miserabel. Ganz deutlich wird das an der beängstigend hohen Zahl der Suizide und Suizidversuche von eben jenen, die aus ihren Heimatländern fliehen - in der Hoffnung, in Europa und explizit Deutschland, ein neues Leben aufzubauen. Untergebracht in Lagern, von Mauern und Stacheldraht umgeben, werden sie mit der knallharten Realität der westlichen Welt konfrontiert: Residenzpflicht, Abschiebungen, Aufnahmehaft, Botschaftsanhörungen, Kollaboration mit den Regimen ihrer Herkunftsländer – auch nur der Ansatz eines menschenwerten Lebens wird ihnen verwehrt. Gegen die unmenschlichen Bedingungen formieren sich seit über 5 Monaten Proteste. Den Beginn machte ein Protestcamp der Flüchtlinge in Würzburg, nachdem sich ein iranischer Flüchtling im Lager das Leben nahm. Um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen, traten sie in den – teilweise trockenen – Hungerstreik. Der Widerstand verbreitete sich wie ein Lauffeuer: mittlerweile gibt es neben Würzburg auch Protestcamps in Aub, Bamberg, Osnabrück, Regensburg und Düsseldorf. Dass in Düsseldorf per Auflage von der Polizei das Campieren im Camp verboten wurde, ist Sinnbild der absurden Protest-Logik der Herrschenden.

Die Abschiebepraxis der von SPD und Grünen geführten Landesregierung in NRW gibt uns zwar keine Hoffnung auf eine Abkehr von dieser menschenverachtenden Flüchtlingspolitik, lässt uns aber hoffen, dass der Protest der Betroffenen der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und ihrer Stellvertreterin Silvia Löhrmann die Augen und das Herz öffnet.

Seit dem 16.07 befinden sich die Flüchtlinge und FreundInnen erneut im Hungerstreik. Um Solidarität nicht nur beim Lippenbekenntnis zu belassen, und sie in die Praxis umzusetzen, traten Gamze Özdemir und Dösen Söyler - zwei Mitglieder des Landessprecherinnenrates der Linksjugend [´solid] nrw- und der Geschäftsführer der Linksjugend ['solid] nrw, Serdar Agit Boztemur, in einen viertägigen Hungerstreik. Wir unterstützen die Forderungen der Streikenden und erklären uns solidarisch.

Konkrete Forderungen:

• Bedingungslose Abschaffung der Residenzpflicht
• Stopp aller Abschiebungen
• Schließung aller Lager
• Anerkennung als politische Flüchtlinge