DIE LETZTE SCHLACHT GEWINNEN WIR!

Linksjugend [´solid] Plakat "Chuck Norris macht AKWs sicher."

Nachdem die Bundesregierung mit der Stilllegung der ältesten AKWs dem Druck der Anti-AKW-Bewegung ein Stück weit nachgegeben hat, hofft sie auf Ruhe. Ruhe, um die anderen Reaktoren ein weiteres Jahrzehnt laufen zu lassen, um den strahlenden Müll im unsicheren Salzstock Gorleben einzulagern und die Brennelementproduktion in Deutschland weiterlaufen zu lassen.

Störende Details wie die überschrittenen Strahlengrenzwerte am Zwischenlager Gorleben ignoriert die Regierung gerne - aber wir werden um das letzte Adventswochenende (genauer: vom 24. bis 27.11.) eine Störung dieses Plans schaffen, die nicht ignoriert werden kann. Auch dem vorerst letzten Castortransport ins Wendland werden wir unseren Widerstand entgegenstellen (und -setzen).

See you on the barricades!

Linksjugend [´solid]

Muss das denn noch sein?

Haben wir jetzt nicht den Ausstieg? Diesmal sogar von schwarz-gelb beschlossen? Wogegen sollen wir denn noch demonstrieren?
Zuerst einmal: Ja, die Anti-Atom-Bewegung hat in Deutschland im letzten Jahr einen riesigen Erfolg erzielt. Das hatte mit der furchtbaren Katastrophe von Fukushima zu tun - aber die war für Deutschland nicht näher als für Großbritannien, wo u.a. deutsche Konzerne neue Atomkraftwerke bauen wollen. Dass jetzt acht Reaktoren stillgelegt sind und immerhin in zehn Jahren die anderen folgen sollen, ist ein Erfolg dieser Bewegung.
Aber dieser Erfolg ist keiner, auf dem wir uns ausruhen können - wenn in deutschen AKWs ein GAU stattfinden kann, dann kann er auch in den nächsten zehn Jahren stattfinden. Deshalb können wir den Weiterbetrieb von Reaktoren nicht akzeptieren. Der Salzstock in Gorleben kann auf keinen Fall Atommüll für zehntausende von Jahren sicher einschließen - und soll trotzdem zum Endlager werden. Die Produktion von Brennelementen für Atomkraftwerke soll in Deutschland weiterlaufen, was auch viele weitere Atomtransporte durch unsere Städte bedeutet. Gorleben als symbolische und praktische Hauptstadt der Anti-Atom-Bewegung ist genau der richtige Ort um zu zeigen, dass wir uns politisch nicht schlafen legen. Und die einzigartige Protestkultur der Region ist sowieso etwas, das man als junger Linker in diesem Land kennen lernen muss...

Widersetzen - Sitzblockade auf dem Castorgleis

Die Aktionsgruppe Widersetzen plant für den kommenden Castor wieder eine Sitzblockade im Gleisbett - im letzten Jahr waren fünftausend Menschen dabei, die die Polizei bis tief in die Nacht nicht räumen konnte Zur Aktion erklärt Widersetzen: "Wenn wir uns am Atommülltransporttag auf den Weg zu unserer Sitzblockade machen, werden wir bewusst Verbote der Polizei übertreten. Dieser zivile Ungehorsam macht deutlich, wie wichtig uns der Protest gegen die Castortransporte und die Atomkraft insgesamt ist.

Wir werden bei unseren Aktionen sehr umsichtig vorgehen. Durch uns wird niemand gefährdet werden, weder die Sitzblockierer/innen noch Beamte der Polizei. Dem entsprechend erwarten wir von der Polizei, dass sie unseren legitimen Protest, respektvoll und angemessen begegnet. Wir appellieren daher an die Polizeieinsatzleitung den routinemäßigen Einsatz von Reizgas, wie es im vergangenen Jahr geschehen ist, zu unterbinden." Das erste große Treffen im Wendland soll voraussichtlich am Freitagabend, den 25. November stattfinden.

Castor schottern - Ungehorsam in Action

Wie auch im letzten Jahr will das Bündnis "Castor schottern" noch einen Schritt weitergehen und das Gleis unbefahrbar machen - indem hunderte, wenn nicht tausende AktivistInnen die Steine aus dem Gleisbett entfernen. Im Aktionsbild heißt es: "Wir werden die Aktion mehr in Raum und Zeit auffächern – wir wollen flexibler werden und stärker die Lücken in den Polizeiketten finden. Trotz allem werden wir ein Zusammentreffen mit der Polizei nicht vermeiden können, aber von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir werden durch körperschützende Materialien unser Recht auf körperliche Unversehrtheit in Anspruch nehmen. Bereitet Euch gut auf die Aktion vor. Nehmt euch ein paar Tage länger Zeit, bildet Bezugsgruppen und nehmt an Aktionstrainings teil." Mit körperschützenden Materialien ist neben den bekannten Strohsäcken etwa ein Augenschutz gegen Pfefferspray gemeint. Auch fürs schottern gilt es, spätestens am Freitagabend im Wendland zu sein - wer früher kommt, kann sich besser vorbereiten.